Meinung: Der Weise von Baltimore
Mittwoch, 12. September 2007 um 00:00 Uhr
Heute könnte H.L. Mencken (1880-1956) Geburtstag feiern, der als einer der bedeutendsten amerikanischen Journalisten der ersten Häflte des 20. Jahrhunderts gilt.
Der Sohn eines deutschstämmigen Zigarrenfabriken und libertäre Querdenker (Ehrentitel: The Sage of Baltimore ) hat uns einen reichen Schatz gesellschafts- und staatskritischen Denkens hinterlassen, den er zudem oft in sehr eingängige Worte zu kleiden wusste.
Eine kleine Auswahl von beeindruckender Aktualität:
Die ganze Absicht praktischer Politik ist, die breiten Massen beängstigt zu halten (und dadurch nach Sicherheit schreiend), und zwar durch eine endlose Folge von Kobolden, die meisten davon frei erfunden.
Heraus kommen dabei Schäuble und Nichtraucherschutz.
Der Drang, die Menschen zu retten, ist fast immer nur ein Vorwand, sie zu beherrschen.
(Nicht nur) im Gesundheitsfanatismus häufig anzutreffen.
Puritanismus: die quälende Furcht, daß irgendwer irgendwo glücklich sein könnte.
Da müssen dann ganz schnell Verbote her.
Die kostspieligste aller Torheiten ist der leidenschaftliche Glaube an das offensichtlich Unwahre. Das ist die Hauptbeschäftigung der Menschheit.
Beispiel: Das Dogma vom schädlichen Passivrauch.
Ich habe nie eine Zigarette geraucht, bis ich neun war.
Mencken war vor allem leidenschaftlicher Zigarrenraucher.
In weiser Vorahnung hat schrieb er, was heute Credo des Netzwerk Rauchen sein könnte:
Ich glaube, dass es besser ist, die Wahrheit zu sagen als eine Lüge zu erzählen. Ich glaube, dass es besser ist, frei zu sein als ein Sklave zu sein. Ich glaube, dass es besser ist, zu wissen als unwissend zu sein.
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